Jacqueline & Tom – Hochzeitsfotograf in der Toskana (Teil I)

Buon giorno!

Im Juli durften wir die wundervolle Hochzeit von Jacqueline & Tom inmitten der schönen Toskana begleiten. Eine wahre Traumhochzeit müssen wir dazu sagen. 3 Tage lang durften wir mit dem Brautpaar und den Gästen in dem kleinen Städtchen Massa e Cozzile verweilen. Umgeben von Olivenhainen, Zypressen und mediterraner Lebensart viel uns das Arbeiten nicht schwer. :-)

Jacqueline & Tom hatten IHREN TAG perfekt geplant. Geheiratet wurde standesamtlich in Massa und kirchlich in Vellano. Danach wurde ausgiebig in der wunderschönen Villa „I Sette Borghi“ gefeiert.

Ein paar Monate vorher sah es noch lang nicht so aus, als würde es 2011 eine solch wundervolle Hochzeit in Italien geben. Denn schon allein der Heiratsantrag ist eine Geschichte für sich… :-) Aber lest selbst.

JACQUI & TOM | Der Antrag (Text: Freundin & Trauzeugin Theresia – Dankeee)

 

Unseren Doppelagenten Isabel und Theresia gelang es, dieses Dokument wahrer Liebe unter größten Anstrengungen exklusiv für Sie sicher zu stellen. Unter Vortäuschung falscher Tatsachen wurden die Akten aus dem streng geheimen Versteck (Jacquelines Hochzeitsplanerkalender) durch den unwissenden Bräutigam höchstpersönlich entwendet und Ihnen damit zugänglich gemacht

Aus Toms Sicht:

Ich hatte eine fast unlösbare Aufgabe vor mir: wie bekomme ich eine Heiratsgegnerin dazu, am Ende dennoch »JA« zu sagen? Die Geschichte begann schon vor einiger Zeit. Als ich meine Ziele klar aussprach und mein Schatz nun wusste, dass ich eine Familie mit ihr gründen und darüber hinaus auch heiraten möchte, bekam ich als Reaktion: »Oh Gott, so ein Quatsch, wieso denn das? Kann man nicht auch so zusammen sein? Was ist denn dann anders?« Da glitt meine Laune Richtung Null, denn diskutieren ist mit meiner Maus nicht einfach. Ich dachte mir: »Steter Tropfen höhlt den Stein« und sagte ihr bei jeder passenden Gelegenheit: »Dich heirate ich!« Irgendwann verriet mir Theresia, dass Jacqui ihr gegenüber geäußert hat, dass falls sie einmal heiraten sollte, dann nur Tom. Daraus wurde später: »Den heirate ich mal.« Der Grundstein war also gelegt und mit Liebe und Beständigkeit habe ich es geschafft, meiner geliebten »Frau« den Sinn und den Traum des »JA«-Wortes zu vermitteln. Dann bekam ich von ihr die Info: »Tom, nimm dir an dem Novemberwochenende nichts vor, wir fahren weg.« Okay dachte ich, überall wo wir bis jetzt waren, war es wunderschön und wir haben nur schöne Erinnerungen an unsere Ausflüge. Da war mir klar, dass es keinen geeigneteren Zeitpunkt gibt, um um ihre Hand anzuhalten. Ich brauchte also dringend einen Ring, aber nicht irgendeinen Ring. Ich wandte mich an Theresia und wir suchten im Netz verzweifelt nach dem passendem Ring. Einer stach uns sofort ins Auge und der musste es dann auch sein, egal was es kostet, der oder keiner. Nach Bestellen, Zusagen, Absagen, Telefonieren, planen, umdisponieren, wieder telefonieren, verzweifeln, saß ich am Abend vor unserer Abreise im Auto nach Calais, um den Ring rechtzeitig von der Fähre aus England abzuholen. Am nächsten Morgen kam ich nach 1.900 gefahrenen Kilometern pünktlich in Plauen an, um unsere Reise anzutreten. Fast hätten wir unseren Zug in Nürnberg verpasst, aber nachdem wir dann im TGV saßen, war das Geheimnis gelüftet: mein Schatz wollte mir Paris zeigen! Schon wenige Stunden zuvor war ich bereits in Frankreich, was mich jetzt jedoch erwarten sollte, fasse ich als atemberaubend und unvergesslich zusammen. Der Marathon um den richtigen Zeitpunkt konnte beginnen: Der erste Abend war perfekt. Wir saßen in einem schönen Café, alles passte, die Stimmung war perfekt. Ich wühlte nach dem Ring und plötzlich sagte sie: »Also Paris mit dem Motto »Stadt der Liebe« sei doch völlig überbewertet.« Versuch Nr. 1 war dahin. Der nächste Tag begann mit Sonne, französischem Frühstück, Sightseeing und dem Eifelturm. »Perfekt«, dachte ich »da krieg ichs hin.« Dort angekommen, passte ich den richtigen Moment ab. Nach einem Kuss, wollte ich den zweiten Versuch wagen. Plötzlich sagt sie: »Mann oh mann, da kommen echt Leute nach Paris, die vorm Eifelturm einen Antrag machen wollen.« Damit war der zweite Versuch abgeschmettert. »Aller guten Dinge sind drei«, dachte ich und der Tag der Abreise kam. Wir hatten noch den ganzen Tag vor uns, doch die Schlinge um meinen Hals wurde immer enger. Während dem Besuch von weiteren Sehenswürdigkeiten hetzte sie kilometer weit voraus, so dass auch mein dritter Versuch vereitelt wurde. Den Ring immer bei mir, innerlich kochend, war ich der wohl traurigste Mann des Tages. Wir hatten noch etwas Zeit und gingen zu einem Tanztee. Meine Laune hellte sich wieder auf, denn hier sah ich bei Salsa und guter Musik noch eine Chance. Alles lief super, wir tanzten, hatten Spaß und als sich die Möglichkeit ergab, Fotos von der oberen Etage aus zu schießen, bat ich sie mit nach oben zu kommen um ihr dort den Antrag zu machen. Nach mehrmaligen Nachfragen und Ablehnen, rauschte ich wütend und tief verletzt davon. Nachdem ich die Fotos gemacht hatte, bekam ich einen sanften Knuff in die Seite und sie stand doch noch vor mir. »Jetzt aber«, dachte ich und griff nach dem Ring und begann damit, ihr zu sagen, dass ich ewig mit ihr tanzen will. Irgendwie kam ein Wort zum anderen und ich sprach meinen auswendig gelernten Text. Als ich fertig war, wartete ich auf eine Antwort. Ich musste mir gefühlte fünf Stunden lang sagen lassen, dass ich spinne und wurde keines Blickes mehr gewürdigt. Vier Minuten des Wartens und sie fragt mich, was sie sagen solle. Sie hatte vor lauter Nervosität die Frage nicht gehört. Ich fragte noch einmal: »Willst du meine Frau werden?«

»Ja, na klar!« war ihre Antwort. So endete der Akt und ein neuer beginnt. Die Frau, die ich über alles liebe, wird meine Frau und nichts macht mich glücklicher! Ich freue mich auf die Hochzeit und auf das Leben mit ihr!

Aus Jacqus Sicht:

Tom hasste Frankreich. Ich liebe Frankreich. Perfekte Voraussetzungen für ein gemeinsames Wochenende. Ich wollte ihn unbedingt von den Vorzügen und der Gastfreundschaft des Landes überzeugen, also plante ich unser geheimes Wochenende. Montmatre, Sacre Coeur, la Tour Eiffel und die kleinen besonderen Ecken der Hauptstadt wollte ich ihm zeigen. Ich suchte ein schönes Hotel im Künstlerviertel und organisierte die Zugfahrt von Nürnberg nach Paris-Est. Theresia, die gute Seele war natürlich eingeweiht. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnte, dass sie noch viel mehr wusste. Am Abend vor der Abfahrt bat ich Tom, seine Sachen in Schleiz zu packen (so sind wir Frauen, brauchen Ruhe zum Einpacken des richtigen Kleides, Schuhe, etc.). Ich verabschiedete mich von ihm und erinnerte ihn an unsere Abfahrtszeit. Am nächsten Morgen trafen wir uns (ich war natürlich zehn Minuten zu spät) und es ging los. Tom sah total fertig aus und sagte, wie müde er doch sei. »Naja«, dachte ich »Fahren wir eben zum Schlafen nach Paris«. In Nürnberg angekommen, kamen wir ins Schwitzen. Wo ist das Parkhaus, welches Gleis, wieviel Zeit ist noch? Wir hatten noch zwölf Minuten. Total am Ende warfen wir uns in die Sitze des reservierten Platzes. Vor lauter Eile bekam Tom nicht mal mit, dass wir in den grünen TGV gestiegen waren. Er fragte immer wieder: »Wo gehts denn hin?« Ich schwieg. Irgendwann nahm er mir nicht mehr ab, dass es nach Mannheim geht. Als wir die Grenze passierten, weihte ich ihn ein. Er konnte es gar nicht fassen. Ab da hatten wir ein Lächeln im Gesicht und Rückenwind. Gegen zwanzig Uhr kamen wir bei Regen an und kämpften uns, bewaffnet mit einem Stadtplan, durch Regen und Paris. Endlich kamen wir im Hotel an und unser freundliche Portier hieß uns herzlich willkommen. Vive la France! Uns hielt (fast) nichts auf dem Zimmer und schon waren wir wieder auf der Piste. Tagsüber erkundeten wir die Stadt, abends die Kneipen und Salsabars. Ich liebe Paris, doch ich stellte Tom und mir die Frage, wer Paris eigentlich zur Stadt der Liebe auserkoren hatte. Und wer bitte gibt sich das »JA«-Wort auf dem Eiffelturm? An Kitschigkeit nicht zu toppen. Tom war die ganze Zeit irgendwie angespannt und merkwürdig. Den letzten Tag sollte ein Salsatanztee krönen, doch auch mein Leben sollte sich verändern. Wir tanzten im »El bario« und genossen die Atmosphäre. Umso schwerer fiel es mir, mich los zu reißen, als Tom mich bat, mit auf die Galerie zu kommen. Als ich nach dreimaligem Bitten immer noch nicht reagierte, trabte Tom allein davon. Ich spürte, dass etwas in der Luft lag und ging ihm später hinterher. Er freute sich und fing an zu reden und mir wurde schon leicht schwindelig. Er sagte, wie schön es ist, mit mir zu tanzen, er möchte immer mit mir tanzen, in diesem und auch im nächsten Leben. Er möchte alles mit mir teilen und möchte daher wissen, ob ich seine Frau werden möchte. Die ersten Sekunden verflogen und außer »Du spinnst« war ich außerstande etwas zu sagen. Minuten zuvor war ich noch ein totaler Heiratsgegner und jetzt das. Nach vier Minuten dreiundzwanzig Sekunden hatte ich mich halbwegs gefangen, lächelte und brachte ein »Ja« hervor. Mit zitternden Knien fiel ich Tom in die Arme. Das war am 21. November 2010 um 16.30 Uhr in Paris kurz vor unserer Abreise.

Schon bei unserem Vorgespräch mit den Beiden und dieser Geschichte haben wir Tränen gelacht. Viel Spaß nun mit den Weddingfotos der Beiden. Die Reportage folgt in Teil II.

Eure Colorworker

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